Ip Man Wing Chun- Genealogie

grandmaster20ip20man1

Die Geschichte und Herkunft des Wing Chun
Als Wing Chun in China entstand
Nach dem späten Bericht von Ip Man

Übersetzung aus dem englischen von Mirko Platz.

Dieser Bericht der Entstehungsgeschichte wurde von dem verstorbenen Großmeister Ip Man selbst verfasst.

Ip Man Wing Chun

Die Begründerin des Wing Chun Kung Fu Systems, Yim Wing Chun war gebürdige Kantonesin. Sie war ein intelligentes und ein athletisches junges Mädchen, aufrichtig und geradeheraus. Ihre Mutter starb bald nach Ihrer Verlobung mit Leung Bok Chau, ein Salzhändler aus Fukien. Ihr Vater, Yim Yee, wurde fälschlicherweise eines Verbrechens angeklagt, statt eine Inhaftierung zu riskieren, rissen Sie aus und ließen sich am Fuße des
Tai Leung Berges nieder, nahe der Grenze zwischen des Provinzen Yunan und Szechuan. Dort verdienten sie sich ihren Lebensunterhalt mit Betreiben eines Tofugeschäftes.
Während de Herschafft des Kaisers K’anghsi in der Ching Dynasty entwickelte sich das Kung Fu sehr stark im Siu Lam Tempel der Provinz Honan. Dies beschwor Ängste innerhalb der Regierung der Manchuren (Nichtchinesen aus der nördlichen Manchurei, die zu jener Zeit China regierten), welche daraufhin Truppen sandten, um den Tempel zu stürmen. Obgleich Sie dabei keinen Erfolg hatten, suchte ein gerade erst ernannter Staatsdiener die Gunst der Regierung und schlug einen Plan vor.

Er schmiedete einen Komplott mit dem Siu Lam Mönch Ma Ning Yee und weiteren, die sich dazu überreden ließen, Ihre Gefährten zu verraten, indem Sie den Tempel in Brand steckten, während die Soldaten von außen angriffen.
Siu Lam wurde völlig niedergebrannt und die überlebenden Mönche flohen und zerstreuten sich im Land. Die Äbtin Ng Mui, die Äbte Chi Shin und Pak Mei, Meister Fung To Tak und Meister Miu Hin entkamen und gingen verschiedene Wege.

Ng Mui suchte Schutz im Tempel des „Weißen Kranichs“ (engl. „White Crane tempel“). Zu dieser Zeit traf Sie auf Yim Yee und seine Tochter Wing Chun von denen sie oft Tofu kaufte, wenn Sie auf dem Weg zurück vom Markt war. Mit fünfzehn Jahren, mit hochgebundenem Haar, was in dieser Zeit gebräuchlich war für Frauen im heiratsfähigen Alter, erregte Sie die Aufmerksamkeit eines einheimischen Rohlings. Dieser versuchte Wing Chun zu zwingen, Ihn zu heiraten und seine unaufhörlichen Drohungen wurden zum Grund zur Furcht für sie und Ihren Vater. Ng Mui erfuhr davon und hatte Mitleid mit Wing Chun. Sie willigte ein, Wing Chun in der Kampftkunst zu unterweisen, so dass Sie fähig sein sollte, sich zu verteidigen. Wing Chun folgte Ng Mui in die Berge und begann, Kung Fu zu lernen. Sie trainierte Tag und Nacht, bis Sie die Kampftechniken beherschte. Dann forderte Sie den Tyrannen heraus und bezwang ihn.
Ng Mui bereiste später das Land, doch bevor Sie ging, wies Sie Wing Chun an, die Traditionen im Kung Fu strikt einzuhalten, Ihr Kung Fu nach Ihrer Heirat weiterzuentwickeln und dabei zu helfen, die Gewaltherrschaft der Manchuren zu stürzen und Die Ming Dynastie zu erneuern.
Nach Ihrer Heirat unterrichtete Wing Chun Ihren Mann Leung Bok Chau. Er leitete diese Techniken weiter an Leung Lan Kwai. Leung Lan Kwai wiederum trug sie weiter an Wong Wah Bo. Wong Wah Bo war ein Mitglied einer Operngruppe an Bord einer Dschunke, in China bekannt als die rote Dschunke. Wong arbeitete auf der roten Dschunke mit Leung Yee Tei. So kam es, daß der Abt Chi Shin, der aus dem Siu Lam Tempel geflohen war, sich als Koch tarnte und dann ebenfalls auf der Roten Dschunke arbeitete. Chi Shin unterrichtete Leung Yee Tei im Wing Chun Langstock. Wong Wah Bo war gut befreundet mit Leung Yee Tei, und Sie teilten Ihr Wissen im Kung Fu. Zusammen tauschten Sie Techniken aus und trainierten sie, so dass von da an auch der Langstock ins Wing Chun integriert wurde. Leung Yee Tei gab sein Kung Fu weiter an Leung Jan, ein angesehener Kräuterarzt aus Fat Shan. Leung Jan, aufgrund seiner Auffassungsgabe, hatte großen Einblick in die innersten Geheimnisse und erlangte so höchste Fähigkeiten. Viele Kung Fu Meister kamen, um ihn herauszufordern aber unterlagen. Dadurch wurde Leung Jan sehr berühmt. Später gab er sein Kung Fu weiter an Chan Wah Shun, der mich und meine älteren Kung Fu Brüder wie Ng Siu Lo, Ng Chung So, Chan Yu Min und Lui Yu Jai vor einigen Jahrzehnten als seine Schüler annahm. Somit kann man sagen, daß das Wing Chun System in direkter Linie vom Ursprung weitergegeben wurde. Ich schreibe diesen historischen Bericht über das Wing Chun System um das Andenken an meine Vorgänger zu ehren. Ich bin Ihnen ewig dankbar für die Fähigkeiten, die ich erworben habe. „Ein Mann sollte immer an die Quelle denken, von der er trinkt.“ Dieses gemeinsame Gefühl ist es, was unsere Kung Fu Brüder verbindet.
Ist dies nicht der richtige Weg, Kung Fu weitergeben und das Land vorranzubringen?

– Ip Man

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.